Dachauer Funkamateure bieten Unterstützung für den Not- und Katastrophenfall an

Bei einem Treffen zwischen den Verantwortlichen der Kreisbrandinspektion Dachau und den Funkamateuren am 14. Juli 2012 stellten diese ihre Möglichkeiten vor, Hilfe bei der Herstellung stabiler Kommunikationsverbindungen bei Großschadenslagen oder Ausfällen der BOS-Funksysteme zu leisten.

Dieses Treffen wurde bei einem Vorgespräch im Januar vereinbart, um praxisnah Einblick in die Fähigkeiten und die technische Basis der Funkamateure zu erlangen. Auf dem Dachauer Rodelberg "An der Schinderkreppe" hatten die Funkamateure ein Zeltlager aufgebaut und einen Teil ihrer portablen Funktechnik in Betrieb genommen.
Im Rahmen einer Demonstration konnten sich Kreisbrandinspektor Georg Reischl, Kreisbrandmeister Martin Seidl und Alexander Rudolph von der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung von der Leistungsfähigkeit der modernen Funkausrüstung überzeugen. Es wurden verschiedene Übertragungsverfahren vorgeführt, deren Einsatz sich insbesondere in der regionalen Struktur des Landkreises Dachau anbieten.

Schreibverbindungen:

Es wurde gezeigt, wie sich mit zwei UKW-Funkgeräten und angeschlossenen Notebooks beliebige Textdateien übertragen lassen. Die Sendeleistungen der Geräte können im Maximum 50 Watt betragen, so dass im Zusammenwirken mit geeigneten Antennen Verbindungen auch weit über den Landkreis hinaus möglich sind.

Sprechfunkverbindungen:

Demonstriert wurden Sprechfunkverbindungen im Direktverkehr sowie über die an vielen Orten vorhandenen Relaisfunkstellen des Amateurfunks. Genutzt wurde eine Relaisfunkstelle auf dem Münchner Olympiaturm sowie Deutschlands höchstgelegenes Amateurfunkrelais auf der Zugspitze. Die sichere Sprachübertragung und die erhebliche Reichweite konnten anschaulich nachgewiesen werden.

E-Mail-Verkehr über Kurzwelle:

Eine Möglichkeit, E-Mail-Nachrichten ohne vorhandenen Internetzugang zu übertragen, bietet sich mit dem Übertragungsverfahren WIN-Link an. Mit einer Kurzwellenstation und einem Notebook wurde eine E-Mail versendet. Die Gegenstelle in der Kurzwellen-Funkverbindung war das Internetgateway einer Kurzwellenstation auf Sardinien. Dies ist nicht der kürzeste Weg, aber im Fall des regionalen Totalausfalls des Internets eine machbare Lösung.

Hamnet, das Internet der Funkamateure:

Noch im Aufbau aber rasant wachsend, stellt sich das Hamnet als eine hervorragende Möglichkeit der Nachrichtenübermittlung im Katastrophenfall dar. Das Netz ist Funkbasiert und zum großen Teil Notstromversorgt. Alle aus dem Internet bekannten Übertragungsverfahren sind im Hamnet möglich. So können mit großer Bandbreite Sprache, Texte, Bilder, Videos übertragen werden. Erfolgreich wurde eine Hamnet-Verbindung zum Olympiaturm München aufgebaut. Dort befindet sich ein Hamnet-User-Einstieg. Es konnte gezeigt werden, wie unter Verwendung eines Relais-Umsetzers die Daten des Hamnet direkt in ein W-LAN Netz umgesetzt werden können und so einer großen Anzahl von Nutzern diese Breitbandverbindung zur Verfügung steht.

Mit dieser Demonstration endete die Vorführung. Die Stromversorgung der Technik war netzunabhängig und erfolgte zum Teil über Benzinaggregate oder Akkumulatoren.

In einer anschließenden Auswertung wurde festgestellt, dass die Möglichkeiten der Funkamateure, den Katastrophenschutz zu unterstützen erheblich sind. Die Funkamateure bedankten sich herzlich für das Interesse der Kreisbrandinspektion, KBI Reischl und KBM Seidl bedankten sich ebenso herzlich für die Vorführung und den Einblick in den Amateurfunk.



Veröffentlicht am: 13:50:24 14.07.2012    Teilen