Übungswoche im Brandcontainer – 64 Atemschutzträger geschult

In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Brandeinsätze am Einsatzaufkommen der Feuerwehren im Landkreis Dachau zurückgegangen. Das ist selbstverständlich eine gute Nachricht. Gleichzeitig wird es dadurch - gerade für die jungen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden - immer schwieriger, die erforderliche Einsatzerfahrung zu gewinnen. Persönliche Erfahrungen sind aber außerordentlich wichtig, um Fehlentscheidungen bis hin zu lebensgefährlichen Situationen zu vermeiden.

Der feststoffbefeuerte Brandübungscontainer hilft, diese Lücke zu schließen. Er soll die Atemschutzgeräteträger fit machen für schwierige Einsätze. Mit dem Brandübungscontainer kann eine realitätsnahe Brandbekämpfung unter umluftunabhängigem Atemschutz geübt werden. Durch die Verwendung von Holz entsteht die für einen Zimmerbrand typische Hitze- und Rauchentwicklung. Die Trainingseinheiten vermitteln unter anderem, wie Brandverläufe erkannt und Gefahrensituationen richtig eingeschätzt werden können.

Um Feuerwehrleute auf die Gefahren im Einsatz realitätsnah zu schulen, hat der Freistaat Bayern seinen Brandübungscontainer vom 06.10.2020 bis 10.10.2020 dem Landkreis Dachau zur Verfügung gestellt. An den 5 Übungstagen konnten 64 Teilnehmer auf dem Gelände des Landkreis-Bauhofs in Dachau von erfahrenen und speziell ausgebildeten Trainern der Fa. Dräger Safety sowie dem Atemschutz-Ausbilder-Team um Kreisbrandmeister Wolfgang Schamberger praxisnah geschult werden.

Die Realbrandausbildung ergänzt damit die moderne und notwendige Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern für die Brandbekämpfung in Gebäuden. Die Feuerwehrleute werden dabei mit echtem, realem Feuer konfrontiert, um sich somit möglichst praxisnah bei gleichzeitiger Beibehaltung sicherer Bedingungen auf den realen Einsatz vorzubereiten.

Diese Ergänzung zur traditionellen Ausbildung gibt den Einsatzkräften also eine zusätzliche Handlungssicherheit. Für die Atemschutzgeräteträger ist diese Erfahrung wichtig, um im Ernstfall kritische Situationen sicherer erkennen und entsprechend reagieren zu können. Dadurch können Unfälle mit häufig schwerwiegenden Folgen verhindert werden.

Das Projekt wird vom Landesfeuerwehrverband Bayern organisatorisch begleitet und war im Jahr 2015 zunächst auf vier Jahre angelegt, sodass insgesamt ca. 7.200 Atemschutzgeräteträger geschult werden konnten. Das Innenministerium hat nun die Verlängerung bis zum Jahr 2021 bestätigt, sodass pro Jahr weitere 1664 Teilnehmer im Brandübungscontainer üben können.

Die Teilnehmer im Landkreis Dachau kamen aus den Feuerwehren Altomünster, Arnbach, Dachau, Eisenhofen, Eisolzried, Eschenried, Feldgeding, Großberghofen, Haimhausen, Indersdorf, Karlsfeld, Kleinberghofen, Niederroth, Oberbachern, Pellheim, Prittlbach, Röhrmoos und Sigmertshausen. Zu Ihrer Sicherheit wurde vom Atemschutz-Ausbilderteam jeweils ein Rettungstrupp gestellt, der in einem etwaigen Notfall hätte eingreifen können.

 





Veröffentlicht am: 22:55:00 10.10.2020    Teilen