Aktuelle Informationen zu COVID-19 – Feststellung Katastrophenfall

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) hat die Bayerische Staatsregierung am Montag landesweit den Katastrophenfall festgestellt.

Der Definition nach ist eine Katastrophe "ein Geschehen, bei dem Leben oder Gesundheit einer Vielzahl von Menschen oder die natürlichen Lebensgrundlagen oder bedeutende Sachwerte in ungewöhnlichem Ausmaß gefährdet oder geschädigt werden" – im Fall der aktuellen Ausbreitung des Coronavirus ist dies gegeben.

Generell wird ein Katastrophenfall festgestellt, um die Arbeit von Behörden und Organisationen zentral zu steuern und ihnen besondere Befugnisse zu übertragen. Bisher hat sich der Katastrophenfall in Bayern auf einzelne Landkreise beschränkt, wie zuletzt bei der Schneekatastrophe im Oberland. Dass dies landesweit geschieht, ist ein Novum in der Geschichte des Freistaats Bayern.

Ziel ist es, durch die Feststellung einer Katastrophe den Rechtsrahmen zu schaffen, um Kräfte zu bündeln und die Arbeit einer Vielzahl von Behörden und Hilfsorganisationen bestmöglich zu koordinieren. Daneben können auch Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit oder die Freizügigkeit eingeschränkt werden, wenn dies zur Bewältigung der Katastrophe beiträgt.

Auswirkungen auf den Landkreis Dachau


Durch den landesweiten Katastrophenfall stehen dem Landkreis Dachau als Kreisverwaltungsbehörde grundsätzlich die gleichen Befugnisse des Katastrophenschutzrechts zu.

Zum jetzigen Zeitpunkt erfordern die Entwicklungen in unserem Landkreis nicht die Besetzung einer Führungsgruppe Katastrophenschutz oder Örtlichen Einsatzleitung, Vorbereitungen für einen möglichen Betrieb wurden jedoch getroffen.
 

Auswirkungen auf die Rettungsorganisationen im Landkreis Dachau


Eine Einbindung der Feuerwehren, Rettungsdienste oder des THW bei der Bekämpfung des Coronavirus ist derzeit nicht vorgesehen. Die Ressourcen sollen weiterhin geschont werden, um die Gesundheit und somit Einsatzfähigkeit unserer Hilfskräfte sicherzustellen.

Ziel muss es somit sein, das Infektionsrisiko unserer ehrenamtlichen Kräfte so gering wie möglich zu halten. Regelmäßige Treffen und sozialer Austausch haben in unseren Feuerwehren einen hohen Stellenwert und stärken die Gemeinschaft. Ungewöhnliche Zeiten erfordern jedoch auch ungewöhnliche Maßnahmen. Vor allem die Einschränkung persönlicher Kontakte reduziert auch das Risiko einer Infektion mit dem Virus.

Zum Schutz unserer Einsatzkräfte bitten wir die Feuerwehren diese Kontakte auf ein nötiges Minimum zu reduzieren. Feuerwehrhäuser sollten nur im Einsatzfall oder von einzelnen Mitgliedern für notwendige Arbeiten zur Sicherung der Einsatzbereitschaft betreten werden und nicht als sozialer Treffpunkt genutzt werden.

Feuerwehren, die eine stichwortbezogene Alarmierung mit mehreren Schleifen nutzen, sollen dafür Sorge tragen, dass auch nur die tatsächlich benötigten Kräfte das Feuerwehrhaus anfahren und ausrücken. Somit sollen Totalausfälle von einzelnen Feuerwehren vermieden werden.

Mit diesen Maßnahmen möchten wir unseren Beitrag zur Bewältigung der Lage leisten und hoffen somit die weitere Ausbreitung des Virus verlangsamen zu können.

Wir bitten die Kommandanten, die Einsatzbereitschaft ihrer Feuerwehr und insbesondere die tagesverfügbaren Kräfte regelmäßig zu überprüfen. Sollten durch Krankheit, häusliche Quarantäne oder die gegebenenfalls notwendige Betreuung der Kinder (aufgrund der Schließung von Kindergärten und Schulen) kurzfristige Änderungen an den zur Verfügung stehenden Personalzahlen gesamt oder tagsüber auftreten, bitten wir dringend um entsprechende Information, um bei Einsätzen die notwendigen Einsatzmittel alarmieren zu können. Wie generell üblich, sind dabei die notwendigen Qualifikationen zu berücksichtigen (insbesondere Führungskräfte, Maschinisten, Atemschutzgeräteträger).
 

Wir wünsche euch und euren Familien weiterhin viel Gesundheit und Kraft, um diese Krise gestärkt zu überwinden.




Veröffentlicht am: 15:14:00 18.03.2020    Teilen