Gefahrstoffaustritt – ABC-Einheiten des Landkreises Dachau proben den Ernstfall

Am vergangenen Samstag (28.10.2017) haben sich die Feuerwehren des Gefahrgutzuges aus dem Landkreis Dachau zu einer groß angelegten Übung getroffen und den Ernstfall geprobt.

Angenommenes Szenario war ein Gefahrgutunfall auf einem Rastplatz. Ein dort abgestellter LKW hatte mehrere Behälter mit unterschiedlichen gefährlichen Stoffen geladen. Einer der IBC-Container, welcher mit dem Gefahrstoff Propionitril gefüllt war, hatte Leck geschlagen – mehrere Personen befanden sich zudem im direkten Austrittsumfeld.
Das Testgelände der MAN Truck & Bus AG in München-Ludwigsfeld bot dabei den idealen Rahmen für die Großübung.

Die Aufgabe der Feuerwehren war es, den Austritt des Gefahrstoffes zu stoppen, sowie die bereits ausgetretene Flüssigkeit aufzufangen.
v Die ersteintreffenden Kräfte haben umgehend mit der Lageerkundung, Absperrung und Personenrettung begonnen. Nachdem die drei Personen, welche sich noch im Gefahrenbereich befunden haben, gerettet waren, wurden sie an dem zwischenzeitlich aufgebauten Dekontaminationsplatz gereinigt.

Durch parallel eingetroffene Führungskräfte der Kreisbrandinspektion Dachau wurde der Einsatz gemeinsam mit der UG –ÖEL in folgende Abschnitte aufgeteilt:
  • Abschnitt 1: Lageerkundung, Auffangen des Stoffes, Abdichten und Umpumpen
  • Abschnitt 2: Dekontamination
  • Abschnitt 3: Brandschutz und Geräteausgabe
  • Abschnitt 4: Messen
Jeder der Abschnitte hat einen der anwesenden Führungsdienstgrade als Abschnittsleiter zugeteilt bekommen.

Nach erfolgreicher Lageerkundung wurde festgestellt, dass ausschließlich ein IBC-Container ausläuft. Durch den Abschnittsleiter und in ständiger Rücksprache mit der Einsatzleitung wurde entschieden, das Behältnis unter Chemikalienschutzkleidung abzudichten und somit den Austritt zu stoppen.

Im Anschluss daran sollte der restliche Inhalt des Leck geschlagenen Containers in ein Bergefass umgepumpt werden. Daneben wurden Auffangwannen in Stellung gebracht, damit die bereits ausgelaufene Flüssigkeit aufgefangen werden konnte.

In der Zwischenzeit wurden durch die Feuerwehren Altomünster und Wollomoos auch Dekontaminationszelte aufgebaut.

Nach erfolgreichem Abschluss der Übung erfolgte eine kurze Nachbesprechung mit der kompletten Mannschaft sowie den Führungskräften.

Insgesamt nahmen ca. 90 Kräfte aus den Feuerwehren Altomünster, Dachau, Eisenhofen, Hebertshausen, Indersdorf, Karlsfeld, Röhrmoos, Vierkirchen und Wollomoos sowie der UG-ÖEL und Kreisbrandinspektion teil.
Ebenfalls anwesend waren der Landrat Stefan Löwl, Kreisbrandrat Franz Bründler und vonm Landratsamt der Abteilungsleiter Sicherheit und Ordnung Michael Holland und die Leiterin des Sachgebiets 30 Corinna Heinle.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der MAN Truck & Bus AG mit Sebastian Harz für die Organisation der Fahrzeuge und die Nutzungsmöglichkeit des Geländes.








Veröffentlicht am: 22:01:00 28.10.2017    Teilen