UG-ÖEL

Allgemeines

Im Landkreis Dachau war die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) ursprünglich im Landratsamt angesiedelt und wurde von Wehrersatzdienstleistenden betreut.
Aufgrund der immer dünner werdenden Personaldecke entschied man sich 2007 den ELW der Unterstützungsgruppe bei der Feuerwehr Dachau zu stationieren und entsprechendes Personal der Feuerwehr dafür auszubilden. Es entstand dabei ein Kernteam von rund 15 Mitgliedern.

Wegen der vermehrten Einbindung des ELW durch Einführung der Integrierten Leitstelle und im Hinblick auf Großschadenslagen mit größerem Personalbedarf wird seit 2008 eine landkreisweite Ausbildung für interessierte Feuerwehrleute angeboten.


Aufgaben der UG-ÖEL

  • Einrichten der Örtlichen Einsatzleitung und Kennzeichnen ihres Standortes
  • Information der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) bzw. des Ansprechpartners FüGK über Standort und Kommunikationsverbindungen
  • Kommunikation zur Integrierten Leitstelle
  • Herstellen und Betreiben der Kommunikation zur Katastrophenschutzbehörde, den eingesetzten Kräften und sonstigen beteiligten Dienststellen und Einrichtungen
  • Unterstützung des ÖEL bei der Erkundung der Lage
  • Unterstützung des ÖEL bei der Einsatzplanung
  • Unterstützung des ÖEL bei der Koordinierung und Überwachung aller im Schadensgebiet eingesetzten Kräfte
  • Führung der Lagekarte
  • Führung des Einsatztagebuches
  • Führung von Übersichten, insbesondere Einsatzkräfteübersicht


Konzept für den Landkreis Dachau

Eine Einsatzleitung mit der notwendigen Dokumentation ist insbesondere bei Einsätzen mit mehreren verschiedenen Feuerwehren bzw. Hilfsorganisationen zwingend erforderlich. Dies wurde mit der Festlegung der Einsatzmittelketten mit der Einführung der ILS FFB durch die KBR´s der betroffenen Landkreise bereits berücksichtigt. Hier wird es zukünftig vermehrt zur Alarmierung des ELW kommen.

Der Umfang von Aufgaben und Tätigkeiten der UG-ÖEL ist je nach Alarmstichwort sehr unterschiedlich. Um trotzdem ein standardisiertes Vorgehen der Einsatzkräfte zu erreichen werden 3 Einsatzvarianten unterschieden.

Variante 1:

Die Einheit wird von der Integrierten Leitstelle (ILS) mit der Einsatzmittelkette automatisch mit alarmiert (z.B. Stichwort: Bombendrohung, VU2, THL Chemie, etc.) bzw. der Einsatzleiter fordert die Einheit zur Unterstützung über die ILS nach. Das Schadensereignis ist in Einsatzdauer und Umfang zunächst überschaubar.
Das Fahrzeug des Landkreises arbeitet dabei dem Einsatzleiter (örtl. Kdt., KBM, KBR, usw.) zu. Der Einsatzleiter benötigt zur Bewältigung der Schadenslage keine besondere Abschnittsbildung bzw. keine Möglichkeit für Lagebesprechungen.

Tätigkeiten der UG-ÖEL: 
  • Erstellen der Kräfteübersicht
  • Kommunikation mit anderen Einheiten
  • Dokumentation (Funk- u. Einsatzprotokoll, Lagekarten, Fotodokumentation)
  • Unterstützung des ELW/MZF vor Ort
Weitere Aufbauten wie z.B. ein Schnelleinsatzzelt für Besprechungen werden vom Einsatzleiter nicht benötigt.
 

Variante 2:

Bei diesem Szenario benötigt der Einsatzleiter die Möglichkeit sich entsprechend zurückzuziehen oder Lagebesprechungen durchzuführen. Hier wird zusätzlich das Schnelleinsatzzelt mit den entsprechenden Möglichkeiten aufgebaut.

Tätigkeiten der UG-ÖEL:

  • Erstellen der Kräfteübersicht
  • Kommunikation mit anderen Einheiten
  • Dokumentation (Funk- u. Einsatzprotokoll, Lagekarten, Fotodokumentation)
  • Aufbau des Schnelleinsatzzeltes mit entsprechender Ausstattung für Lagebesprechungen

Ab diesen Szenario wird nicht mehr nur dem ELW/MZF vor Ort zugearbeitet sondern die Einsatzleitung befindet sich beim ELW.
 

Variante 3

Aufgrund der Größe des Einsatzes wird der Katastrophenfall gemäss Art. 6 bzw. Art. 15 BayKSG festgestellt. Daraufhin wird die UG-ÖEL zur Unterstützung des ÖEL eingesetzt. Folglich steht das ELW der Feuerwehreinsatzleitung nicht mehr zur Verfügung.
Die örtliche Einsatzleitung wird aufgrund der Schadenssgröße in einem Gebäude mit entsprechender Infrastruktur (Rathaus, Schule, Feuerwehrhaus) untergebracht.

Tätigkeiten der UG-ÖEL:
 

  • Erstellen der Kräfteübersicht
  • Kommunikation mit anderen Einheiten
  • Dokumentation (Funk- u. Einsatzprotokoll, Lagekarten, Fotodokumentation)
  • Aufbau der örtlichen Einsatzleitung mit entsprechenden Kommunikations- und Besprechungsmöglichkeiten in einem Gebäude

Das ELW befindet sich bei dieser Variante ortsnah zur Einsatzleitung.

Zu dem Konzept „Einsatzleitung im Landkreis Dachau“ gehört auch eine einheitliche Dokumentation für alle Führungsfahrzeuge (MZF, KdoW, usw.) welche durch die landkreisweite Ausbildung von Personal der entsprechenden Feuerwehren erreicht wird.
 

Führungsebenen im Katastrophenfall



Weitere Informationen zum Katastrophenschutz in Bayern:
http://www.stmi.bayern.de