Seelsorge (Fachbereich 8)

Dass auch psychische Belastungen bei schwierigen Einsätzen normal sind und vorkommen ist seit einigen Jahren immer wieder Thema bei den Feuerwehren und fester Bestandteil in der Truppmann Ausbildung. Es ist allen Einsatzkräften bekannt, so hoffen wir, dass es hier klare Strategien und Möglichkeiten gibt, die Belastungen reduzieren helfen bzw. die Bewältigung unterstützen sollen.
Was aber ist zu tun, wenn bei Ehrenamtlichen das Gefühl aufkommt, mit seinem Aufgabengebiet überfordert zu sein? Was tun, wenn Auflagen und Vorschriften, Schulungs- und Ausbildungsaufwand ein so großes und umfassendes Ausmaß annehmen, dass es in keinem Verhältnis mehr stehen kann zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit? Neue Geräte und Fahrzeuge sind heute nicht mehr nur zweckdienlich, sondern gleichermaßen aufwendig, die Mannschaft damit vertraut zu machen. Hinzu kommen noch bestimmte Projekte und Sonderübungen die viel Vorarbeit in Anspruch nehmen. Zusätzliche Stunden zu den sowieso festgesetzten Übungen sind gefordert. Auch der Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberbayern hört immer öfter von Betroffenen: „Was soll ich noch in meinem Ehrenamt leisten?“
Die Aufgabengebiete und die Technik sind mehr und komplizierter geworden. Hinzu kommen noch höhere zeitliche und persönliche Anforderungen im beruflichen Alltag. Die Familien und Partnerschaften fordern mehr ihre Interessen ein, der ehrenamtliche Aufwand im Feuerwehrwesen hat sich wesentlich erhöht, die Ansprüche sind enorm gestiegen.
Bleibt die Frage: „Kann diese andere Art von Belastung vermieden oder zumindest vermindert werden, bevor jemand sein Amt hinschmeißt?“ Soll das ehrenamtliche Feuerwehrwesen auch weiterhin ein „gesundes“ ehrenamtliches System bleiben, darf den Frauen und Männern, die bereit sind sich zu engagieren, nicht alles zugemutet werden. Nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ ist es ratsam, diese schleichende Problematik wahrzunehmen, zu beobachten und nach Lösungsstrategien auf allen Ebenen zu suchen.