Der Landkreis Dachau

Der Landkreis Dachau liegt nördlich von München im Regierungsbezirk Oberbayern. Mit einer Fläche von 579 km² ist er einer der kleinsten in Bayern. Die Einwohnerzahl von rund 150.000 Einwohnern und die sich daraus ergebende Bevölkerungsdichte von rund 229 Einwohnern pro km² zeigt jedoch, dass der Landkreis zu den am dichtest bevölkertsten in Oberbayern gehört.

Vor allem die Große Kreisstadt Dachau erreicht mit ihren über 40.000 Bewohnern eine äußerst hohe Bevölkerungsdichte von 1.100 Einwohnern pro km². Dem Landkreis Dachau gehören 17 Gemeinden einschließlich der Großen Kreisstadt Dachau an. Seine heutige Anzahl von Ortschaften erhielt der Landkreis erst durch die Gebietsreform am 01.Juli 1972. Damals musste der Kreis eine Ortschaft an den Nachbarlandkreis Freising abtreten und erhielt im Gegenzug 16 Ortschaften aus den angrenzenden Kreisen.

Der Siedlungsschwerpunkt des Landkreises in Dachau und seinen umliegenden Gemeinden Karlsfeld, Hebertshausen und Bergkirchen, wo mehr als die Hälfte der Bevölkerung  nicht einmal ein Viertel der Landkreisfläche bewohnen. Weitere Siedlungsschwerpunkte sind Markt Indersdorf als Mittelzentrum des Landkreises, Altomünster im Nordwesten und Petershausen im Nordosten.


Natürliche Gegebenheiten:

Landschaftsformen:

Blick vom Hügelland auf die Münchner Schotterbene Der Landkreis Dachau wird naturräumlich von zwei Landschaften geprägt, welche für die verschiedenen Oberflächenformen verantwortlich sind. Zum einen ist das im südlichen Landkreis die Münchener Schotterebenemit Ihren Moosen, zum anderen im nördlichen Teil des Landkreises das Donau-Isar-Hügelland, welches auch als Tertiärhügelland bezeichnet wird.
Die Grenze zwischen den beiden Einheiten verläuft ziemlich südlich, nämlich durch die Kreisstadt Dachau. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Münchener Ebene nur einen Anteil von knapp 10% an der Fläche des Kreisgebietes hat.

Die heutigen Oberflächenformen des Landkreises Dachau entstanden im Wesentlichen während der Eiszeiten. Im flachkuppigen Hügelland, welches sich bis ca. 500m über den Meeresspiegel erhebt, bewirkten die abschmelzenden Gletscher durch ihre gewaltigen Wassermassen eine starke Zertalung.
Neben den Talanzapfungen gibt es noch weitere Prozesse der Oberflächenformung im Tertiärhügelland, welche auf eine Entstehung in der Eiszeit hinweisen. Betrachtet man die in Nord-Süd und Süd-Nord-Richtung verlaufenden Täler im Querprofil, so erweisen sich die nach Westen gerichteten Talhänge steiler als die östlich gerichteten. Grund dafür dürften die vornehmlich westlichen Winde während der Eiszeit sein, welche auf den nach Osten gerichteten Lee-Hängen mehr Schnee ablagerten. Deswegen bewegte sich auf den Lee-Hängen mehr Schlamm nach unten als auf den Luv-Hängen, die dadurch steiler wurden.

Gewässernetz:

Amper Zwei Flüsse beeinflußen das Kreisgebiet mit ihren ausgedehnten Auen in besonderer Weise. Die Glonn und die Amper laufen von Norden und Süden her durch das Kreisgebiet spitz aufeinander zu, um sich bei Allershausen nahe der Grenze zum Landkreis Dachau zu vereinigen.

Bei Pfaffenhofen tritt die Glonn in den Landkreis Dachau ein und durchstreift das Gebiet über Erdweg und Markt Indersdorf bis in die Gemeinde Petershausen, wo sie in den Landkreis Freising übergeht.
Entlang der Grenze zwischen Münchener Ebene und tertiärem Hügelland verläuft die dem Ammersee entspringende Amper durch die Gemeinden Bergkirchen, Dachau, Hebertshausen sowie Haimhausen und mündet schließlich bei Moosburg im Freisinger Landkreis, in die Isar.
Die Auen entlang der beiden Flüsse sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und umfassen eine Fläche von 1.620 Hektar an der Amper, beziehungsweise 1.090 Hektar entlang der Glonn.

Viele Bäche und kleine Flüsse laufen Amper und Glonn im Dachauer Land zu. Größere Amper-Zuläufe sind beispielsweise die Maisach in der Gemeinde Bergkirchen und die dem Starnberger See entlaufende Würm, die in Dachau auf die Amper trifft.
Im nördlichsten Landkreis liegt zudem ein kleines Gebiet im Einzugsbereich der Ilm.

Verwaltung:

Landratsamt Dachau Verwaltet wird der Landkreis von der in Dachau eingerichteten Kreisverwaltungsbehörde, dem Landratsamt. Von hier aus werden alle laufenden Verwaltungsgeschäfte des Kreises ausgeführt und auch der Kreistag findet in diesem Gebäude seine Tagungsräumlichkeiten.
Die Verhältnisse sind mittlerweile jedoch zu klein geworden, so dass manche Abteilungen in Außenstellen im Dachauer Stadtgebiet verlagert werden mussten.

Weitere Informationen unter: http://www.landratsamt-dachau.de/

Verkehrsinfrastruktur:

Straßennetz:

Bundesautobahn A8 München-Stuttgart an der AS Dachau Im Hinblick auf die Verkehrslage erweist sich der Landkreis Dachau als äußerst günstig. Das Kreisgebiet ist umgeben von drei Autobahnen sowie dem Autobahnring München, der A 99. Im Westen liegt die Bundesautobahn München-Stuttgart (A 8), im Osten die Autobahn München-Nürnberg (A 9), im Südosten die Autobahn München-Deggendorf (A 92) und im Süden verläuft der Autobahnring München (A 99). 18 km der A 8 München-Stuttgart und ein kleines Teilstück der A 99 verlaufen durch das Gebiet des Landkreises.
Kein Punkt im Landkreis mehr als 15 km von der nächstgelegenen Autobahn entfernt. Direkten Anschluss zur A 8 haben die Gemeinden Bergkirchen, Sulzemoos und Odelzhausen.
Durch den Verlauf der A 92 nahe der südöstlichen Landkreisgrenze ist auch eine schnelle Verbindung zum Flughafen München für die südlichen und östlichen Landkreisteile gegeben.

Des weiteren verlaufen drei Bundesstraßen durch das Gebiet des Landkreises. Zum einen ist das die B13, die den Landkreis an seiner westlichsten Grenze entlang (Gemeinde Haimhausen) auf einem 3 km langen Teilstück durchläuft, zum anderen die B 304, welche auf einem Stück von 3,7 km Dachau und Karlsfeld verbindet.
Die bekannteste und längste Bundesstraße dürfte jedoch die B 471 sein. Sie ist eine Querverbindung der Autobahnen A 8, A 9 und A 92 und machte als äußerst unfallträchtige „Todesstrecke“ Schlagzeilen. Durch den Bau der „Eschenrieder Spange“ konnte jedoch der Autobahnring München geschlossen und die B 471 damit stark entlastet werden. Heute ist sie nur noch sehr schwach frequentiert und Unfälle sind zu einer Seltenheit geworden.

Da der Landkreis nur in der Peripherie von Hauptverkehrsadern berührt und geschnitten wird, kommt gerade den Staats- und Kreisstraßen eine besondere Bedeutung für die innere Erschließung des Kreisgebietes zu. Unterhaltsträger der 126,4 km Staatsstraßen im Kreis ist der Staat, die 149,8 km Kreisstraßen werden vom Landkreis unterhalten und ausgebaut. Der größte Teil des dichten Straßennetzes unterliegt den einzelnen Gemeinden. Zu den Gemeindestraßen zählen die Innerortsstraßen ebenso wie die Gemeindeverbindungsstraßen. Ihre Gesamtlänge beträgt 774,8 km.


Öffentlicher Personennahverkehr:

Entscheidend für die Mobilität der Bevölkerung im Landkreis ist aber auch das Bahnnetz. Derzeit erreichen die Bahnstrecken im Landkreis Dachau eine Länge von rund 54 km für die 14 Bahnhaltestellen vorhanden sind.

Die erste Bahnlinie im durch den Dachauer Landkreis entstand im Zuge des Baubeginns der Strecke München-Ingolstadt im Jahre 1867. Dabei waren Dachau, Röhrmoos und Petershausen die ersten Haltestellen, zu denen allerdings erst 30 Jahre später noch Walpertshofen und Esterhofen hinzukommen sollten. Die Eisenbahn konnte sich als Verkehrsmittel schnell durchsetzen und so versuchte man ihre Vorteile auch auf andere Gemeinden des Landkreises zu übertragen.

Nach einem heftigen Streit über die Führung der neuen Trasse wurden schließlich im Jahr 1912 die Bauarbeiten zum Lokalbahnabschnitt Dachau-Indersdorf beendet, im Jahr 1913 folgte dann die Fertigstellung der Strecke zwischen Indersdorf und Altomünster, so dass die Lokalbahn Dachau-Altomünster von nun an ihren Betrieb aufnehmen konnte.

S-Bahn-Linie S2 Die beiden Bahnlinien im Landkreis und ihre Haltestellen blieben bis zum heutigen Tage weitgehend unverändert. Eine wichtige Neuerung jedoch war die Errichtung der S-Bahn-Linie S2 Petershausen-München, welche im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1972 in München erfolgte. Die S2 Erding Petershausen ermöglicht den Fahrgästen eine Verbindung im 20-Minuten-Takt zwischen Dachau und München und einen 40-Minuten-Takt zwischen Petershausen und München.
Die zweite Bahnlinie im Landkreis, die Lokalbahn zwischen Dachau und Altomünster (S-Bahn-Linie A), wird derzeit modernisiert (Elektrifizierung der Strecke) um sie attraktiver und wettbewerbsfähiger zu gestalten und soll vollständig ins Münchner Schnellbahnsystem integriert werden.

Seit 2006 sind die Umbauaßnahmen für die ICE-Trasse München-Ingolstadt-Nürnberg abschlossen, die auch im Landkreis Dachau einige Veränderungen mit sich gebracht hat. Seitdem verkehrt der Hochgeschwindigkeitszug durch den Landkreis.

Bahnhof Dachau Ein weiterer wichtiger Sektor des öffentlichen Personen Nahverkehrs ist der öffentliche Busverkehr. Durch den Beitritt des Landkreises Dachau zum Münchener Verkehrsverbund (MVV) im September 1982 richtete man ein öffentliches Bussystem ein, welches die Schulbeförderung der Gemeinden mit in die öffentlichen Buslinien einbezog. Somit stellen Schüler auch die Hälfte der beförderten Fahrgäste des Busverkehrs dar. Derzeit verkehren im Kreisgebiet 29 MVV-Buslinien.


Bildungseinrichtungen:

Grund- und Hauptschulen:

Die Basis diese Schulsystems bilden die 26 Grund- und Hauptschulen. Davon sind 24 staatlich und 2 privat organisiert.
Diese Volksschulen sind auf die Gemeinden des Landkreises verteilt. Eine Ausnahme stellen die Gemeinden Sulzemoos und Pfaffenhofen a. d. Glonn dar, die mit der Gemeinde Odelzhausen eine Verwaltungsgemeinschaft bilden und somit auch die Grund- und Hauptschule in Odelzhausen mitbenutzen.
Die Hauptschulen in Dachau-Süd, Karlsfeld und Markt Indersdorf bieten den Schülern die Möglichkeit über den Hauptschulabschluss hinaus die 10.Klasse in dieser Schule zu besuchen und damit die mittlere Reife zu erlangen.
Neben den staatlichen Grund- und Haupschulen gibt es 2 private Volkschulen im Landkreis Dachau.
Da seit dem Ende der fünfziger Jahre viele griechische Bürger im Landkreis leben, gibt es seit Ende der siebziger Jahre auch eine Griechische Schuke, die sich in Dachau-Mitterndorf befindet.
Als Ergänzung des Schulangebotes wurde zudem die Montessori Schule Dachau als Elterninitiative ins Leben ger

Sonderschulen:

Im Landkreis Dachau gibt es auch Einrichtungen der Sonderpädagogik. Das ehemalige Berufsschulgebäude am Volksfestplatz in Dachau wurde zu einem Zentrum für Lern- und Sprachförderung umgebaut. Somit konnten die ehemals landkreisweit verteilten Sondervolksschulen hier zur „Schule am Schlossberg“ vereint werden.

Daneben gibt es noch zwei private Einrichtungen des Sonderschulwesens. Zum einen ist dies die Dr.-Elisabeth-Bamberger-Schule in Dachau-Süd, eine staatlich anerkannte Privatschule zur Erziehungshilfe. Eine Sonderschule für geistig und körperlich behinderte, die Johannes-Neuhäusler-Schule, besteht zum anderen in Schönbrunn.

Berufsschulen:

Das Berufsschulwesen fällt seit 1974 unter die Trägerschaft des Landkreises Dachau. Im bislang größten Schulprojekt des Kreises wurde in den Jahren 1982/1983 unter einem Kostenaufwand von rund 45 Millionen D-Mark die staatliche Berufsschule mit Berufsaufbauschule in Dachau errichtet. Nach einem jahrelangen Defizit in diesem Bereich konnte mit dem Bau dieser Schule ein Bildungszentrum mit modernster Ausbildungstechnik geschaffen werden. In neun Berufsfeldern können die an die 1000 Schüler hier unterrichtet werden.
Darüber hinaus unterhält der Landkreis die im Jahre 1987 errichtete Berufsfachschule für Krankenpflege, die ihren Standort am Krankenhaus in Dachau fand. In den beiden Krankenhäusern Dachau und Indersdorf und im Alten- und Pflegeheim in Deutenhofen erhalten die Schüler ihre praktische Ausbildung.
In Gut Häusern befinden sich zudem die Beruflichen Schulen des Franziskuswerk Schönbrunn.

Realschulen:

Realschule Dachau Im Kreisgebiet gibt es drei Realschulen. Die größte ist dabei die 1972 erbaute Dr.-Josef-Schwalber-Realschule in Dachau, deren Unterhalt der Landkreis Dachau trägt. Daneben gibt es noch zwei Realschulen die in katholischer Trägerschaft stehen. Sie befinden sich in Markt Indersdorf und Weichs.

Privatschulen:

Kindern von Konsulatsangehörigen vorbehalten ist die Bavarian International School im Schloss Haimhausen, eine private internationale Schule. Ebenfalls privat, doch allgemein zugänglich sind die Private Wirtschaftschule Scheibner in Dachau sowie die Fachoberschule Dachau e.V. in Karlsfeld.

Gymnasien:

An mittlerweile drei Gymnasien wird den Schülern eine weiterführende Schulbildung ermöglicht. Zwei von ihnen liegen in der Großen Kreisstadt.
Das seit 1974 bestehende Josef-Effner-Gymnasium ist sowohl mathematisch-naturwissenschaftliches, als auch europäisches Gymnasium und bietet einen neusprachlichen Zweig. Das zweite Dachauer Gymnasium, das Ignaz-Taschner-Gymnasium, wurde erst 1982 durch die Angliederung der Oberstufe ergänzt. Es ist ebenfalls ein mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium und ist mit einem wirtschafts-wissenschaftlichem Zweig ausgestattet.
Aufgrund der Tatsache dass die beiden Dachauer Gymnasien im Süden des Landkreise liegen und sich daraus für eine Großzahl von Schülern aus dem Hinterland eine lange Anfahrt ergibt wurde schon länger über den Bau eines dritten Gymnasiums für den Landkreis nachgedacht. Nachdem die beiden anderen Schulen durch ihre großen Schülerzahlenzusätzlich in ihrer Kapazität überlastet waren, wurde die Dringlichkeit eines dritten Gymnasiums schließlich oberste Priorität in der Schulpolitik des Landkreises. Im Januar 2002 schließlich konnte das Gymnasium im Zentrum des Kreises in Markt Indersdorf fertiggestellt werden.

Die Gymnasien im Landkreis Dachau: